Inside Bridgestone: im Gespräch mit Mike, Sales & Marketing Manager für Motorradreifen in der EMEA-Region

Inside Bridgestone: im Gespräch mit Mike, Sales & Marketing Manager für Motorradreifen in der EMEA-Region

Jeder Hochleistungsreifen ist das Ergebnis einer sorgfältig abgestimmten Strategie aus Marktkenntnis, technischer Zusammenarbeit und konsequenter Kundenorientierung. Bei der Produkteinführung des T33 in Kroatien sprachen wir mit Mike, Sales & Marketing Manager Motorcycle Tyres EMEA bei Bridgestone. Im Gespräch ging es um die Fragen: Was treibt sein Team an? Wie beeinflussen Events die Wahrnehmung eines Produkts? Und was braucht es, um in einer so vielfältigen Region gleichbleibend hohe Qualität zu liefern?

Kannst du dich kurz vorstellen und uns etwas über deine Rolle bei Bridgestone erzählen?

„Meine offizielle Berufsbezeichnung lautet Sales & Marketing Manager Motorcycle Tyres EMEA – also Europa, Naher Osten und Afrika“, erklärt er. „Genauer gesagt konzentriere ich mich auf das Ersatzreifengeschäft, also auf Reifen, die Kundinnen und Kunden im Handel kaufen, wenn ein Wechsel ansteht. Das unterscheidet sich vom Erstausrüstungsgeschäft, bei dem Reifen direkt an Motorradhersteller für Neufahrzeuge geliefert werden.“

Wie begann deine Karriere in der Motorradbranche?

„Nach meinem Marketingstudium wollte ich schon immer für eine starke Marke arbeiten“, erzählt er. „Meine Karriere begann bei Honda Benelux, zunächst im Bereich Power Products – also unter anderem Rasenmäher und Außenbordmotoren. Später wechselte ich in den Motorradbereich, was naheliegend war, da ich auch privat leidenschaftlich gerne Motorrad fahre.“

„Nach fünf Jahren war ich bereit für eine neue Herausforderung. Dann wurde eine Stelle in der europäischen Zentrale von Bridgestone frei – eine großartige Gelegenheit, der Motorradwelt treu zu bleiben und gleichzeitig mehr Verantwortung zu übernehmen und meinen Aufgabenbereich zu erweitern. Über Bridgestone hatte ich nur Positives gehört, deshalb wusste ich sofort, dass das der richtige Schritt für mich war.“

Woraus besteht deine tägliche Arbeit?

„Mein Aufgabenfeld ist sehr vielfältig“, sagt er. „Im Marketing bin ich für alles verantwortlich – von der Organisation von Veranstaltungen wie dieser über die Erstellung unseres europäischen Produktkatalogs und die Steuerung von Werbekampagnen bis hin zur Koordination mit unserer Social-Media-Agentur.“

„Im Vertrieb verkaufen wir nicht direkt über die europäische Zentrale. Stattdessen steuern und unterstützen wir die regionalen Teams, etwa bei Bridgestone Frankreich, Italien oder Spanien, damit sie ihre Ziele erreichen können und über die richtigen Werkzeuge verfügen. Außerdem übersetzen wir ihre Absatzprognosen in Produktionsaufträge für unsere Werke in Japan und sorgen dafür, dass die verfügbaren Mengen fair auf alle Regionen verteilt werden.“

„Auch die Preisgestaltung gehört zu meinen wichtigen Aufgaben. Ich definiere die unverbindlichen Preisempfehlungen für ganz Europa. Und obwohl ich nicht direkt in die Produktentwicklung eingebunden bin, versuche ich dennoch, meine Perspektive und Erfahrung aus Vertrieb und Marketing einzubringen. Schließlich sind wir diejenigen, die die Reifen verkaufen – deshalb sind unsere Erkenntnisse besonders wertvoll.“

Wie gelingt es dir, den unterschiedlichen Anforderungen der Märkte in der EMEA-Region gerecht zu werden?

„Europa mag geografisch klein erscheinen, doch die einzelnen Märkte unterscheiden sich stark voneinander“, erklärt er. „In Südeuropa – etwa in Spanien oder Portugal – liegt der Fokus tendenziell stärker auf preisgünstigeren Produkten. Deshalb stellen wir in diesen Regionen sicher, dass ausreichend Reifen aus unseren preisorientierten Produktlinien verfügbar sind.“

„In Frankreich hingegen liegt der Fokus klar auf unserem Premium-Segment, und entsprechend richten wir auch unsere Unterstützung aus. Dabei geht es nicht nur um die Verfügbarkeit der Produkte – es beeinflusst ebenso unsere Marketingstrategie, also welche Produkte wir hervorheben und wie wir lokale Kampagnen unterstützen.“

Sind alle Bridgestone Motorradreifen aus japanischer Produktion?

„Etwa 99 Prozent davon, ja“, sagt er. „Europa ist unser größter Markt für Motorrad-Ersatzreifen – hier verkaufen wir mehr als 55 Prozent des weltweiten Volumens von Bridgestone in diesem Segment. Dadurch haben wir einen großen Einfluss auf die Produktentwicklung. Wenn unsere Teams in Japan die nächsten Entwicklungsschritte planen, stehen die Anforderungen des europäischen Marktes ganz oben auf der Agenda.“

Welcher Gedanke steckt hinter der Organisation eines solchen Events?

„Bei dieser Veranstaltung geht es vor allem darum, Aufmerksamkeit und Bekanntheit für das Produkt zu schaffen“, erklärt er. „Wir laden führende Journalistinnen und Journalisten ein, unseren neuen Reifen zu testen und ihre Eindrücke anschließend in den Medien und auf Social Media zu teilen. Wir sind stolz auf unseren Ruf, hochwertige Events zu organisieren. Denn am Ende mag ein Reifen zwar einfach wirken – rund und schwarz –, doch er ist die einzige Verbindung zwischen Motorrad und Straße. Deshalb muss auch die Veranstaltung die Qualität des Produkts widerspiegeln. Wir möchten den Journalistinnen und Journalisten das bestmögliche Erlebnis bieten, damit sie den Reifen unter optimalen Bedingungen testen und hoffentlich positiv darüber berichten können. Ihre Testberichte haben großen Einfluss auf viele Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer.“

Organisiert ihr auch Veranstaltungen für Händler?

„Ja, absolut“, sagt er. „Der Fachhandel spielt nach wie vor eine entscheidende Rolle bei der Kaufentscheidung der Kundinnen und Kunden. Manche kommen bereits mit einer klaren Vorstellung ins Geschäft, doch viele lassen sich weiterhin beraten. Genau deshalb ist es wichtig, dass Händler Empfehlungen mit Überzeugung aussprechen können. Aus diesem Grund organisiert Bridgestone regelmäßig Veranstaltungen, um die Loyalität unserer Handelspartner zu stärken und zusätzliche Produktschulungen anzubieten.“

Was zeichnet den neuen Battlax T33 aus?

„Ganz klar: die Laufleistung“, sagt er ohne zu zögern. „Im Vergleich zum Vorgängermodell konnten wir eine Steigerung von 47 Prozent erzielen. Gerade in der aktuellen wirtschaftlichen Situation ist das ein enormer Vorteil – die Menschen erwarten heute einfach mehr für ihr Geld. Natürlich bedeutet das auch, dass die Reifen seltener ersetzt werden müssen. Aber wenn Kundinnen und Kunden mit der Qualität zufrieden sind, bleiben sie der Marke Bridgestone treu.“

„Und man darf nicht vergessen: Die meisten Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer besitzen auch ein Auto. Wenn wir sie mit unseren Motorradreifen überzeugen, entscheiden sie sich vielleicht auch bei ihren Autos für Bridgestone. Deshalb sehen wir das Motorradsegment als wichtigen Markenbotschafter für das gesamte Unternehmen.“

Wie läuft die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Stakeholdern bei der Organisation eines solchen Events ab?

„Ich arbeite eng mit unserer Eventagentur zusammen, die einen Großteil der Logistik und Koordination übernimmt“, erklärt er. „Außerdem stehe ich in engem Austausch mit unserem leitenden Mechaniker, um alle Motorräder und Ersatzteile zu organisieren, die wir für die Veranstaltung benötigen.“

„Auch unser Produktmanager spielt eine entscheidende Rolle. Er berät uns beispielsweise bei der Auswahl der Strecke – ob wir eher enge Kurven oder lange, offene Abschnitte benötigen –, damit die Stärken des Reifens bestmöglich zur Geltung kommen. Es ist echte Teamarbeit, bei der jeder seine eigene Expertise einbringt.“

Was sind die größten Herausforderungen in deinem Job?

„Wie in den meisten großen Unternehmen stehen auch bei uns die Budgets ständig unter Druck“, sagt er. „Man möchte immer mehr erreichen, muss dabei aber realistisch bleiben. Selbst wenn sich das Budget verdoppeln würde, hätte man wahrscheinlich trotzdem noch weitere Ideen und Projekte. Deshalb geht es vor allem darum, die richtige Balance zu finden, kreativ zu denken und kluge Entscheidungen zu treffen.“

Was motiviert dich?

„Kein Tag ist wie der andere, und ich arbeite in einem Bereich, für den ich wahre Leidenschaft empfinde“, sagt er. „Ich fahre selbst Motorrad und verfolge den Motorradsport mit großer Begeisterung – deshalb ist dieser Job für mich weit mehr als nur Arbeit.“

„Auch diese Veranstaltungen sind unglaublich erfüllend. Die Vorbereitung dauert oft Monate, doch wenn am Ende alles zusammenkommt, ist das ein großartiges Gefühl. Außerdem bringt die Zusammenarbeit mit so vielen unterschiedlichen Teams und Menschen aus verschiedenen Regionen viel Abwechslung in den Arbeitsalltag.“

Eine letzte Frage: Hast du einen persönlichen Lieblingsreifen von Bridgestone?

„Ja“, sagt er mit einem Lächeln. „Der AX41S. Das ist unser Scrambler-Reifen. Er gehört zwar nicht zu unseren meistverkauften Produkten – eher ein Nischenmodell –, aber er sieht fantastisch aus und bietet ein großartiges Fahrgefühl auf der Straße. Ich liebe das Profil und den besonderen Charakter, den er dem Motorrad verleiht.“

Mikes Einblicke zeigen eindrucksvoll das komplexe Zusammenspiel aus technischer Performance, Marketingstrategie und Kundenbindung. Während die Ingenieurteams Reifen entwickeln, die höchste Leistung bieten, sorgen Mike und sein Team dafür, dass die Geschichte hinter jedem Produkt die richtigen Menschen erreicht – Händler, Journalistinnen und Journalisten und letztlich die Fahrerinnen und Fahrer selbst.

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