Exklusive Einblicke hinter die Kulissen der Yamaha R7-Premiere
Bridgestone präsentierte seinen neuen, auf die Rennstrecke ausgerichteten Reifen Bridgestone RS12 bereits im vergangenen Jahr bei der internationalen Pressevorstellung auf der Chang International Circuit Rennstrecke im thailändischen Buriram. Doch das war erst der Anfang der Geschichte. Kürzlich schickte Bridgestone erneut eine ganze Lkw-Ladung Reifen zur internationalen Pressepräsentation der neuen Yamaha R7 auf den Circuito do Sol in Portugal.
Das bot einer neuen und noch größeren Gruppe von Journalisten die Gelegenheit, sowohl den RS12 als auch den S23 kennenzulernen. Neben den Rennstrecken-Sessions stand auch eine sportliche Ausfahrt mit der neuen Yamaha auf öffentlichen Straßen auf dem Programm. Und für sportliches Fahren auf der Straße gibt es schließlich kaum einen besseren Reifen als den Bridgestone S23 – oder etwa doch?
Der RS12 ist ebenfalls straßenzugelassen. Dabei handelt es sich um einen sportlichen Straßenreifen mit klaren Rennstreckengenen. Der Reifen verfügt unter anderem über eine neue Racing-Mischung für Vorder- und Hinterrad, eine neue HE-MS-Gürtelkonstruktion an der Vorderseite sowie über Technologien, die auch bei steigender Belastung für optimalen Grip, hohe Stabilität und konstante Fahreigenschaften sorgen.
Genau deshalb ist eine Präsentation auf der Rennstrecke so sinnvoll. Man kann vieles auf dem Papier erklären. Doch erst wenn ein Reifen Runde für Runde Bremszonen, Schräglagen und Beschleunigungsphasen bewältigen muss, wird sein wahrer Wert deutlich.
Ein einzigartiger Testort
Der Circuito do Sol ist weit mehr als nur eine beeindruckende Kulisse für spektakuläre Action-Aufnahmen. Die Anlage wurde speziell als Test- und Veranstaltungszentrum für Automobil-, Motorrad- und Motorsportmarken konzipiert. Darüber hinaus kann die Rennstrecke an bis zu 360 Tagen im Jahr und rund um die Uhr betrieben werden.
Diese Strecke machte es dem Bridgestone RS12 nicht leicht. Der brandneue Circuito do Sol ist 3.5 Kilometer lang und verfügt über insgesamt 18 Kurven: fünf Rechts- und dreizehn Linkskurven. Das entspricht durchschnittlich 5 Kurven pro Kilometer, wodurch insbesondere die linke Reifenseite außergewöhnlich stark beansprucht wird.
Wissenswertes: Die Streckendesigner ließen sich für das Layout von legendären Rennstrecken aus aller Welt inspirieren – darunter die Corkscrew-Passage in WeatherTech Raceway Laguna Seca, Eau Rouge auf dem Circuit de Spa-Francorchamps sowie die Porsche-Kurven in Circuit des XNUMX Heures du Mans. Das Ergebnis ist eine Achterbahnfahrt der Extraklasse.
Zwischen harten Bremsmanövern, präzisem Einlenken, maximaler Schräglage und erneutem Herausbeschleunigen bleibt kaum Zeit zum Durchatmen. Runde für Runde müssen die Reifen Hitzeentwicklung, Belastung, Grip und Stabilität perfekt ausbalancieren. Auf einer derart anspruchsvollen Streckenführung werden insbesondere die Reifenschultern extrem beansprucht. Mit jeder Kurve verlagert sich die Belastung stärker auf die Flanken des Reifens. Hier muss der Bridgestone RS12 nicht nur maximalen Grip bieten, sondern vor allem Vertrauen vermitteln. Eine schnelle Runde ist beeindruckend – doch die wahre Stärke eines Sportreifens zeigt sich erst über mehrere Sessions hinweg, mit unterschiedlichen Fahrern und verschiedensten Fahrstilen.
Nicht nur für Rennfahrer
Für seinen Bridgestone Battlax RS12 setzt Bridgestone unter anderem auf die sogenannte 3LC-Technologie. Dabei werden unterschiedliche Gummimischungen in verschiedenen Bereichen des Reifens kombiniert. Das Prinzip dahinter ist einfach: hohe Stabilität in der Mitte und zusätzlicher Grip an den Reifenschultern. Genau die richtige Kombination für Fahrer, die mit demselben Reifen sowohl lange Straßenetappen als auch intensive Sessions auf der Rennstrecke absolvieren möchten.
Der Bridgestone Battlax RS12 nutzt außerdem Technologien wie HTSPC, Cap & Base, RC Polymer, NanoPro-Tech™ und den HE-MS Belt. Letzterer spielt insbesondere für das Fahrgefühl am Vorderrad eine entscheidende Rolle. Denn ein stabiler Vorderreifen ist unverzichtbar, wenn spät gebremst wird, das Motorrad präzise zum Scheitelpunkt der Kurve geführt werden muss und der Fahrer jederzeit genau spüren möchte, wie viel Vertrauen und Reserven noch vorhanden sind.

84 Reifen
Ein Standard-Reifensatz besteht selbstverständlich aus einem Vorder- und einem Hinterreifen. Bei der Präsentation der Yamaha R42 kamen insgesamt 84 Reifensätze zum Einsatz – also insgesamt 7 einzelne Reifen. Diese Zahl verdeutlicht eindrucksvoll den Rahmen, in dem der Bridgestone Battlax RS12 vorgestellt wurde. Denn dieser Reifen soll nicht nur auf dem Montageständer gut aussehen. Er richtet sich an Fahrer, die hart bremsen, präzise einlenken und möglichst früh wieder ans Gas gehen wollen.
Kleines Team, große Logistik
Die vielleicht beeindruckendste Zahl ist jedoch nicht die Anzahl der eingesetzten Reifen, sondern die geringe Zahl der Personen, die den gesamten Betrieb vor Ort am Laufen hielten. Das Team von Bridgestone bestand aus lediglich zwei Personen: einem Reifenmonteur und einem erfahrenen Produktmanager.
Zwei Spezialisten waren somit für sämtliche praktischen Reifenarbeiten, die technische Betreuung und die Produkterklärung verantwortlich. Der Reifenmonteur kümmerte sich um die Arbeit in der Boxengasse: Montage, Kontrolle, Reifenwechsel und Vorbereitung der Motorräder. Der Produktmanager hingegen behielt das große Ganze im Blick: Was spürt der Fahrer? Welches Feedback kommt zurück? Wie verhält sich der Reifen unter unterschiedlichen Bedingungen? Und vor allem: Entspricht dieses Verhalten der Positionierung des Bridgestone Battlax RS12?

Zahlen, die im Gedächtnis bleiben
Der Bridgestone Battlax RS12 wurde bei dieser Präsentation vom ersten Moment an intensiv gefordert. Insgesamt wurden 50 Reifensätze mitgebracht, von denen 42 tatsächlich zum Einsatz kamen – also 84 Reifen auf einer 3.5 Kilometer langen Strecke mit 18 anspruchsvollen Kurven. Und das alles mit einem Team von nur zwei Personen vor Ort für Bridgestone. Zahlen wie diese sprechen für sich.
Nicht etwa, weil sie spektakulär klingen sollen, sondern weil sie zeigen, wie ernst die Entwicklung dieses Reifens genommen wurde. Der RS12 wurde nicht nur präsentiert, sondern auch eingesetzt. Und zwar intensiv. Genau dort gehört ein Sportreifen hin: nicht in die Vitrine, sondern auf Betriebstemperatur gebracht, in Schräglage getestet und mit genügend Runden Erfahrung, um zu beweisen, dass Grip mehr als nur ein Versprechen ist.
Selbstverständlich mussten die Bridgestone Battlax S23 während der Testfahrt nicht gewechselt werden. Dank ihrer hervorragenden Haltbarkeit entsprachen die zurückgelegten 250 Kilometer lediglich einem Bruchteil ihrer möglichen Laufleistung. Dennoch lobten alle Fahrer den Grip und das präzise Feedback der Reifen. Dadurch wussten sie auch die neue Yamaha YZF-R23 noch mehr zu schätzen. Das Fazit liegt auf der Hand: eine perfekte Kombination zweier Top-Marken.









